Im Sparsamkeitstest: Der Toyota Corolla Hybrid

Toyota Corolla auf Falkan Reifen Ziex ZE914B Ecorun

Zeitreise: Vom Benziner über den Diesel zum Hybrid


Golf Sportsvan 2.0 Diesel Es ist mein erster Toyoto, es ist mein erster Hybrid. Als Fahranfänger mit einem Opel Kadett C Coupe ging die Autoreise über den Ascona, Vectra, Astra Kombi hin zu zwei Peugeot. Erst der 307 dann der 308 jeweils als Diesel. Zu guter letzt dann der Umstieg auf eine höhere Sitzposition im Golf Sportsvan. Hier kam zum ersten mal eine Automatik hinzu. Obwohl das DSG Getriebe von Volkswagen in vielen Foren bemängelt wird, hat es bei mir stets seine Dienste verrichtet. Vielleicht lag es an der Ölschmierung.


VW baut im Golf zwei unterschiedliche DSG Getriebe ein. Ein sieben Gang Getriebe das "trocken" läuft und das sechs Gang Getriebe welches in Öl badet. Aber zurück zum Toyota.


Der Motor im Corolla: Schubkraft, Fahrspaß und Sportlichkeit mit attraktiven Verbrauchswerten

Toyota Corolla 2.0 Hybrid Motoransicht Der Toyota Corolla ist ein sogenannter Voll-hybrid. Er kann nicht mittels Kabel aufgeladen werden wie zum Beispiel Toyotas Vorzeige Plug-In-Hybrid der Prius. Der Corolla wird zum einen vom 152 PS (112 kW) starken Benzinmotor und zum anderen von einem 650-Volt-E-Motor 65 PS (48 kW) vorangetrieben, der mittels der Nickel-Metallhydrid-Batterie unter der Rücksitzbank mit Strom versorgt wird. Beide zusammen erzeugen eine Systemleistung von 132 kW oder 180 PS.


Eine solche Synergie zweier Motorenkonzepte nennt man daher Hybrid was aus dem Lateinischen (hybrida) stammt und etwas Gekreuztes, Gemischtes oder Gebündeltes bedeutet.

Im Falle meines Fahrzeuges ein Benzinmotor und ein Elektromotor. Auf einen Hybrid mit Elektro und Diesel verzichtet Toyota gänzlich.


Erste Erfahrungen mit dem Corolla 2.0 Hybrid Motor

Dank eines freundlichen Verkaufberaters bei Toyota konnte ich sowohl den 1.8 Liter als auch den 2.0 Liter Corolla mehrere Stunden Probefahren. Auch wenn der Spargedanke durchaus den Kaufwunsch begleitet hat, so sollte doch der Fahrspaß nicht zu kurz kommen. Die Entscheidung für die 180 PS Version war schnell getroffen. Im Gegensatz zur kleineren Motorisierung hat das Flagschiff der Corolla Motoren immer genügend Drehmoment (392 NM) wobei die 202 NM vom Elektromotor schon vom Start weg verfügbar sind. Die Systemleistung von 180 PS sorgte für überraschend viel Fahrspaß und hat schon vom Stand aus heraus eine enorme Schubkraft.


Wechselt man hier an der Ampel in den Sportmodus, so erntet man BEIM Kickstart bewundernde und erstaunte Blicke. Auch wenn die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h gedrosselt ist, so kann dem Corolla durchaus ein extra Schuss Sportlichkeit nicht abgesprochen werden. Die Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor liefert zu jeder Zeit viel Kraft, auch Überholmanöver aus mittlerer Geschwindigkeit sind ohne Schweißperlen auf der Stirn zu erzeugen möglich.

Mit Sicherheit ein guter Wegbegleiter

Das Toyota Safety Sense System ist auf die Prävention von Verkehrsunfällen ausgerichtet. Unfälle verhindern bevor sie passieren. Was sich in der Theorie oder im Werbevideo gut liest oder anschaut, ist im realen Verkehrsbetrieb manchmal eine völlig andere Sache. Kann dich ein Fahrzeug vor einen Unfall warnen, bevor dieser überhaupt passiert ist? Eine gute Frage, deren Antwort anschaulich ein Video auf Youtube zeigt. Dieses wurde zwar vom Fahrer eines Tesla aufgenommen, jedoch konnte ein Corolla Fahrer bei einer fast identischen Situation das Eingreifen des Sicherheitssystems von Toyota bestätigen.


In seinem Fall wollten die zwei vor ihm fahrenden Fahrzeuge abbiegen. Ersterer befuhr vor dem Abbiegevorgang die rechte Busspur auf die der zweite erst später wechseln wollte und es dabei fast zu einem Unfall kam. Das Safety Sense System hat nach Seiner Aussage diese Situation erkannt und

Zitat

bei mir hats schon vorher gepiepst



Ausstattung: auf die inneren Werte kommt es an

Ein Kompaktwagen dieser Klasse und Preis mit derartig umfangreicher Serienausstattung findet man selten und alles was unter der Haube im Corolla steckt funktioniert auch. Der Fernlicht Assistent blendet den Gegenverkehr nicht, das automatische Einparken funktioniert problemlos, die AutoHold Funktion muss zwar bei jedem Start erneut aktiviert werden und springt nach dem Halt ungewohnt spät an, ist aber eine enorme Erleichterung im Straßenverkehr. Sehr genau nimmt es die Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und dank dem Spurhalteassistent ist Teiautonomes Fahren schon jetzt möglich. Auch die Anpassung der Geschwindigkeit mittels Verkehrszeichenerkennung funktioniert.


Der typische Flaschenhalter in der Mittelkonsole ist beleuchtet, der Zugang zum USB Anschluss gut erreichbar und alle Einstellungen lassen sich gut über die Lenkradbedienung vornehmen. Die Sitze in der Club Ausstattung bieten erstaunlich viel Seitenhalt und für den Fahrer eine elektrische Lendenvvirbelstütze. Das ein Smartphone induktiv geladen werden kann und Digital Audioradio möglich sind ist in meiner Konfiguration bemerkenswert.


Abstriche muss man bei der Anzahl und Art der Ablagen im Corolla machen. Einen guten Platz für die Sonnenbrille sucht man vergeblich. Die Parkscheibe kann nicht hinter der Sonnenblende verstaut werden und das Platzangebot im Kofferraum ist doch sehr spärlich. Damit endet aber auch schon die Mängelliste beim Corolla zur Ausstattung.

Verbrauchswerte: Der Diesel muss sich aktuell geschlagen geben

Corolla Verbrauchswerte Nur weil es noch nicht ganz so lange her ist, kann ich mich gut an die Verbrauchswerte von meinem Golf Sportsvan 2.0 TDI Diesel erinnern. Der Golf hatte einen 50 Liter Kraftstofftank und erreichte damit bis zum Tanken knapp vor oder in Reserve ungefähr im Durchschnitt 850 Kilometer. Beim Tanken waren dann noch in etwa fünf Liter im Tank. Das macht einen Durchschnittsverbrauch von 5,3 Liter / 100km

Wie ich in meinem Artikel zu den aktuellen Verbrauchswerten Toyota Corolla Verbrauchswerte 2019 beschreibe, lag ich mit der Erstbetankung bei 4,3 Liter. Dabei hat sich das Streckenprofil nicht geändert wohl aber etwas die Fahrweise. Doch langsamer bin ich nicht unterwegs.

Fahren wie auf Schienen

Um das Jahr 2012 herum fuhr ich einen Peugeot 2.0 mit 150 PS als Diesel. Der Verbrauch von gut 6,5 Liter war schon ein bisschen mehr als vom Golf. Aber das Fahrwerk, das war etwas ganz besonderes. Auch wenn es damals in vielen Testberichten bemängelt wurde, zu hart, zu ruppig, für mich war es fahren wie auf Schienen.


Corolla Fahrwerk: Fahren wie auf Schienen Der Toyota Corolla erinnert mich sehr an den damaligen Peugeot. Auch er hat ein durchaus sportliche Fahrwerk, das aber in der Lage ist beim Cruisen auch Unebenheiten so zu schlucken, dass man sich angenehm aufgehoben fühlt. Kurvenfahrten meistert er wie ein kleiner Sportwagen. Kaum merkliche Seitenneigung und eine präzise Spurhaltung, ist mein Eindruck. Es macht wieder Spaß Sonntag eine runde zu Fahren, ohne Ziel aber mit viel Freude.


Das Fahrwerk und die verbundene Federung machen den Eindruck auf Komfort ausgelegt zu sein. Dadurch wird der Corolla durchaus zum entspannten Reisefahrzeug der dank seiner tief liegenden Hybrid-Batterie über einen niedrigen Schwerpunkt verfügt. So gleitet das Fahrzeug ruhig auf der Straße und doch lassen ihn schnell gefahrene Kurven nicht aus der Ruhe bringen. Ich hatte nie das Gefühl das Fahrzeug zu überfordern.

Mein Zeugnis für den Toyota Corolla nach 2000 Kilometern

Ausstattung Sicherheit: 1

Ausstattung Komfort: 2

Verbrauch: 2

Fahrleistung: 2

Fahrverhalten: 2+

Verarbeitung: 2

Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 2-

Platzangebot Rückbank: 2

Kofferraum: 4

Ablagen: 4-

Übersichtlichkeit: 2-

    Kommentare 2

    • Wenn man deine Artikel so ließt, bekommt man echt Lust auf den Corolla. Weiter so!

      Das Video mit dem Tesla ist ja echt der Hammer, der meldet sich ja wirklich bevor der Unfall passiert.

      Wie ist das nur möglich?

      Das Helferlein

      • Dankeschön!


        Im Tesla sind wohl eine deutlich höhere Anzahl an Kameras verbaut, die den Verkehr beobachten und mehr Informationen zur Verfügung stehen. Ob sich der Corolla in der gleichen Situation gemeldet hat kann nur vermutet werden.


        Gruß Mike