Langzeittest: Fahrbericht Toyota Corolla 3000 KM

Corolla 2.0 Seitenansicht in der Sonne
Corolla 2.0 Seitenansicht in der Sonne

Innenraum: Wie damals als Neandertaler

Das aufgesetzte Display gefällt nicht und die schwarze Ausstattung macht den Innenraum zu Höhle. Ich bin ja eher der Freund von integrierten Navigationssystemen. Ja, bei der Probefahrt ist es mir schon aufgefallen, aber es ist jetzt nicht unschön. Dennoch wäre eine andere Lösung eventuell mal zu überlegen. Wobei aufgesetzte Multimedia-Systeme ja aktuell voll im Trend liegen. Beim Ford Focus war ein ein K.O Kriterium. Dort sieht es einfach nur hässlich aus.

Toyota Infotainment

Wie schon nach den ersten tausend Kilometern erwähnt, wird das Infotainment System im Corolla aktuell noch nicht mit Android und Apple CarPlay ausgeliefert. Gerüchten zufolge könnte sich dies aber 2020 - vielleicht sogar per Software Update ändern. Für mich bleibt aber die Einstellung, das Navi hat bisher jede Strecke gemeistert und mich auf vielen Wegen begleitet. Es ist vielleicht nicht auf dem aktuellen Stand der Technik. Optisch schaut die Kartendarstellung altbacken aus, aber es verrichtet seinen Dienst.


Eine Option fehlt mir aber doch sehr. Die Lautstärke der Stimme kann per Direktbefehl nur deaktiviert oder aktiviert werden. Über die Lautstärkenregler am Lenkrad ist dies nicht möglich. Beim meinem Golf Sportsvan konnte man die Lautstärke der Stimme während einer Ansage verringern oder erhöhen. Das wäre eine für mich nützliche Funktion.

Assistenzsysteme: Machen ihre Arbeit gut

Begeistert bin ich von der "adaptiven Geschwindigkeitsregelung", die nun wohl auch eine echte ECO-Funktion hat. Der Golf legte regelmäßig einen Spurt hin, wenn man den Blinker zum Überholen setzte. Das klappt beim Corolla mindestens genauso gut, aber deutlich homogener. Ich möchte gern beim Überholen mit dem Assistenten meinen Verbrauch nicht unnötig nach oben treiben. Gerade wenn hinter mir nichts los ist, sehe ich keinen Grund wie im Power Modus los zu sprinten. Will ich mit eingeschalteter Geschwindigkeitsregelung bei fließendem Verkehr überholen, dann kann man ja den Fuß aufs Gaspedal stellen.


Spurhalteassistent: Hält alles nur nicht die Spur

Dabei ist die Aussage deutlich übertrieben. Ich hatte bisher nicht einmal das Gefühl bei eingeschaltetem Spurhalteassistent in Gefahr zu sein, Vielleicht ist es aber auch immer wieder dieses ungute Gefühl dem Auto das Fahren und die Kontrolle zu überlassen. Das teilautonome Fahren ist für mich interessant, wenn ich auf längeren Strecken mal was trinke oder die E-Zigarette befülle. Im Gegensatz zum damaligen Sportsvan finde ich aber eine Funktion beim Corolla besser. Verliert der Corolla die Spur und man muss die Kontrolle wieder übernehmen, erfolgt dies sanfter als beim Golf. Dort rüttelte das Lenkrad wie wild und in der Kurve schoss man plötzlich gerade aus. Der Corolla zieht das Lenkrad nicht direkt und so stark wie der Sportsvan in die Grundstellung zurück.

Kann der Corolla in Punkto Verbrauch punkten?

Schaut man sich den Durchschnitt aller bei spritmonitor.de gelisteten Corollas mit der Zweiliter Maschine an, so kommt man auf einen Mittelwert von 5.3 Liter / 100 km. In meiner Verbrauchsanalyse 2019 liege ich da durchaus einen Liter drunter. Es bleibt abzuwarten wie sich der bald kommende Winter auf den Verbrauch umschlägt. Die Klimaanlage wird dann immer eingeschaltet sein, ab und an die Sitzheizung, öfters aber das beheizbare Lenkrad. Alles Verbraucher die Energie benötigen welche erzeugt werden muss. Letztlich kommen dann auch noch die Winterreifen dazu mit einem höheren Rollwiderstand was sich ebenfalls negativ auf den Verbrauch auswirken wird. Am besten lässt sich das sicher in der Analyse des Verbrauchs Sommer und Winter betrachten.

Hybrid fahren - schlimmer als telefonieren

Da wurde erfreulicherweise das Telefonieren im Auto verboten und dann bekommt man ein Fahrzeug auf den Hof gestellt, welches einen geradezu animiert, ständig auf den Hybridmonitor zu schauen. Lädt er gerade, Rekuperiert das Fahrzeug jetzt beim Bremsen, läuft der Verbrennungsmotor und wenn ja, nur zur Fortbewegung oder wird auch die Hybridbatterie geladen? Soll ich den Fuß vom Gas nehmen damit der Corolla in den EV - Modus geht und nur rein elektrisch weiter fährt?


Ganz so schlimm ist es nicht oder besser gesagt nicht mehr. Das ein Hybrid den Fahrer erziehen will ist unbestritten und selbst nach dreitausend Kilometer noch nicht abgeschlossen. Aber es wird besser. Man bekommt ein Gefühl für das Fahrzeug, man lässt öfters rollen und bekommt ein Händchen ... oder besser gesagt Füsschen dafür, wie stark jetzt beschleunigt werden kann und ab wann es Zeit ist den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.


Gerade beim Beschleunigen kann man den Fehler machen, zu stark das Pedal durchzudrücken. Ja es kommt sofort die gewünschte Kraft an und der Wagen zieht sportlich nach vorne, selbst im Eco Modus, aber mit einem Blick in den Rückspiegel sieht man dann, was einem selbst als langsam vorkommt, entspricht nicht der Realität, da die Hinterleute schnell kleiner werden. Die Beschleunigen ja gar nicht so schnell wie man selbst. Tja, das volle Drehmoment vom Elektromotor ab Start zur Verfügung zu haben, ist halt unbezahlbar.