Reichweite von Elektroautos im Winter

Reichweite von Elektroautos im Winter
Elektroautos gewinnen immer mehr an Reichweite und eignen sich schon bald auch als Langstreckenfahrzeuge. Doch im Winter verlieren die Batterien an Kapazität und viele Fahrten können zur Bewährungsprobe und Zitterpartie werden.

Durch Kälte verlieren Batterien an Kraft. Herrschen Temperaturen von minus zehn Grad, büßen die Stromspeicher rund ein Drittel ihrer Leistung ein. Bei minus zwanzig Grad steht nur noch die Hälfte der eigentlichen Batterieleistung zur Verfügung. Nicht umsonst gilt der Leitspruch, im Sommer altert eine Batterie im Winter stirbt sie. Wie haben Hersteller von Elektroautos sich auf diesen Umstand eingestellt?


Das Thema Reichweite steht auf der Agenda bei Elektroautos immer ganz oben. 400 - 500 PS oder 250 - 400 Nm Drehmoment sind mit Elektroautos leicht umzusetzen. Doch aus Kraft allein wird noch kein Alltagstaugliches Fahrzeug. Der mögliche Aktionskreis eine Stromers hängt von vielen Faktoren ab. Die Batteriekapazität gibt dabei das Maximum vor. Je höher die Menge der geladenen Spannung, desto weiter kann man mit einem E-Auto auch fahren. Die Topografie der Fahrstrecke beeinflusst ebenfalls die zurück legbare Strecke. Hier kommt dann auch der Fahrer ins Spiel. Eine Vorausschauende Fahrweise zögert den Zeitpunkt einer leeren Batterie weit nach hinten hinaus.


Der Einfluss von Verbrauchern im Elektroauto auf deren Reichweite Der Einfluss von Verbrauchern im Elektroauto auf deren Reichweite


Einen hohen Einfluss auf die Reichweite von Stromfahrzeugen haben auch die eingesetzten Verbraucher. Sitzheizung, Abblendlicht, Klimaanlage, Heckscheibenheizung, das beheizbare Lenkrad und die beheizbaren Außenspiegel, all diese Verbraucher benötigen Strom, der aus der Batterie entnommen wird und so nicht mehr für die Reichweite zur Verfügung steht. Im Corolla Winterratgeber: Verbrauch von Extras für den Winter habe ich die im Auto verbauten Verbraucher einmal mit Lastangaben eingetragen.



Bereits 2011 hatten „Auto, Motor und Sport“ und die Dekra einen Batterietest bei Elektrofahrzeugen im Winter gemacht. Dabei kamen beide zu dem Ergebnis, dass bereits bei Minus fünf Grad die Reichweite eines Elektroautos um fünfzig Prozent geringer ausfallen kann. Der Kapazitätsverlust der Batterie und der Einsatz von den Stromfressern im Fahrzeug wirkt sich also deutlich auf die Reichweite des Fahrzeuges aus.


Ein paar Beispiele wie bei Kälte die Batterien in die Knie gehen. Der Nissan Leaf mit seinem 24 kWh-Akku hat eine offizielle Reichweite von 200 km. Im Wintertest reduzierte sich diese auf knapp 70 Kilometer. Der Renault Zoe kommt auf eine Reichweite um die 150 KM. Gehen die Temperaturen unter Null, so bleiben nicht mal mehr sechzig Kilometer übrig.


BMW i3 oder Mitsubishi i-MiEV verhalten sich ähnlich und verlieren mehr als die Hälfte ihres Aktionsradius. Schlimmer noch beim Tesla, aus ehemals 500 KM Reichweite werden im Winter schnell mal nur noch 200 KM zu fahren.


In den gut acht Jahren seit dem letzten Test zur Kapazität von Batterien in Elektroautos hat konnte das Problem noch nicht wirklich gelöst oder deutlich reduziert werden. Natürlich hilft es das Elektroautos vor Fahrtbeginn vorgeheizt oder gekühlt werden können. Aber sie kühlen halt auch schnell wieder aus oder erhitzen sich rasch so dass Klimaanlage oder Heizung recht schnell wieder in Betrieb genommen werden müssen.