Elektroautos in Norwegen der Renner unter den Elchen

Elektromobilität in Deutschland und Norwegen

Wenn man sich die Frage stellt, was in Norwegen die Elektromobilität antreibt, muss man sich zuvor einmal das Ergebnis anschauen. Aktuell ist jede zweite Neuwagen Zulassung die eines E-Autos. Wohl hat Deutschland im ersten Halbjahr weit aufgeholt, fast sogar überholt, dennoch bleibt der Marktanteil von E-Autos in Norwegen aber höher. Denn hierzulande liegt der Anteil an Elektroautos oder Plug-In-Hybriden gerade einmal bei 2,6 Prozent. Norwegen hingegen freut sich über mehr als 50 Prozent an Fahrzeugen die ganz oder teilweise elektrisch fahren und das hat seine Gründe.

Der Kaufpreis eines Elektroautos

Als der Euro eingeführt wurde, wurde bei jedem Kauf immer noch in D-Mark umgerechnet. Man hatte sich an die neue Währung noch nicht gewöhnt. Selbst heute noch kann man viele sagen hören, das hätte früher soundsoviel in D-Markt gekostet, hätte ich für diesen Preis nie gekauft. Wir Deutschen werden wohl für alle Zeiten immer die beste Lösung für uns errechnen, statt die objektiven Kriterien bei einer Entscheidung zu berücksichtigen. Das ist aber auch dem Umstand geschuldetem dass fast jeder mit seinem Geld rechnen muss, damit am Ende des Monats noch etwas übrig bleibt.

Elektroautos und Verbrenner, wie Bier und Wasser

Wenn wir bei der Kaufentscheidung zum Neuwagen also eher rechnen statt einen Blick in die Zukunft zu werfen, dann müssen die Eckpunkte der Berechnung anders gestaltet werden. Schauen wir in die Gaststättenverordnung §6 GastG:


Zitat

Ist der Ausschank alkoholischer Getränke gestattet, so sind auf Verlangen auch alkoholfreie Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle zu verabreichen. Davon ist mindestens ein alkoholfreies Getränk nicht teurer zu verabreichen als das billigste alkoholische Getränk.


Hier wurde also versucht den Kauf von alkoholischen Getränken interessanter zu gestalten. Warum ist das nicht bei Elektroautos möglich? Vielleicht gibt es ja irgendwann nein Elektrogesetz, dann können der dort der §6 ElektroG lauten:


Zitat

Bietet ein Autohersteller Verbrennermotoren in einer Modellpalette an, so muss er für jede dieser Varianten auch eine rein oder teilweise elektrisch angetriebene Alternative anbieten.Dabei darf der Preis des günstigsten Fahrzeug einer jeden Baureihe nicht günstiger als die der günstigsten Elektrovariante bei gleicher Ausstattung sein.


Diesen Paragrafen habe ich mir jetzt einfach mal ausgedacht. Bezogen auf das Wasser - Bier Beispiel lässt dieser nämlich auch einige Möglichkeiten offen. Wie oben beschrieben, darf alkohollos nicht teurer sein als alkoholisch.Da steht nicht, dass ein alkoholfreies Getränk das günstigste Getränk sein muss! Das alkoholfreie Getränk darf vielmehr nicht teurer sein, als das günstigste alkoholhaltige Getränk.
Mit dieser Argumentation können ein Golf VII Benziner gerne 25.000 Euro kosten und ein E-Golf VII 26.000 Euro, wenn dieser im Gegensatz zu seinem vergleichbaren Bruder zum Beispiel Ein Panoramadach und Toter Winkerl Warner in der Serienausstattung beinhaltet.


Lohnt sich der Kauf eines Elektroautos in Norwegen mehr als in Deutschland?

In Deutschland subventionieren Bund und Hersteller die meisten Elektroautos sowie Pkw mit Brennstoffzelle mit insgesamt 4000 Euro, Plug-in-Hybride werden mit 3000 Euro bis zunächst 2020 gefördert. Der stattliche Zuschuss ist auf einen Kaufpreis bis 60.000 Euro begrenzt. Zehn Jahre entfällt die KFZ Steuer bei einem Elektroauto und Elektro- und Plug-In-Hybridfahrzeuge werden pauschal nur mit 0,5 Prozent statt einem Prozent bei einem Verbrenner des Listenpreises versteuert. Ebenso entfällt die Aufrechnung des Ladens eines E-Autos beim Arbeitgeber als geldwerter Vorteil.


In Norwegen zahlen die E-Kunden weniger Steuern und Abgaben als beim Kauf eines Verbrennungsmotors. So verzichtet der Staat hier beim Kauf eines Elektroautos auf die Mehrwertsteuer was den Preis für das neue Fahrzeug um gut 25 Prozent reduziert. Auf der anderen Seiten werden ausländische Autos mit Diesel oder Benzinmotor durch hohe Importzölle unattraktiv gemacht. Bei Elektroautos aus dem Ausland werden keine Strafzölle erhoben.

Kaufpreis Vergleich

Deutschland bis vor Einführung ID.3

Golf Benzin 20.500 Euro

Golf Elektro 31.000 Euro


Norwegen

Golf Benzin 32.700 Euro

Golf Elektro 32.000 Euro

Reichweite und Laden

Hier gibt es zwei verschiedene Arten von Ladestationen. Die Standard Ladesäulen stehen teilweise in Wohngebieten auf Parkplätzen und öffentlichen Orten. Hier entfällt das umständliche gesuche nach der richtigen Säule mit dem passenden Chip . Norweger senden einfach eine SMS und schalten die Säule frei um dann KOSTENLOS ihr Auto aufzuladen.


Die Schnelladestationen in Norwegen sind nicht kostenlos. Hier kostet eine Minute Ladezeit 26 Cent. In der Regel ist hier eine Batterie in 30 Minuten zu 80 Prozent gefüllt. Das wären 7.80 Euro mit denen man je nach Fahrzeug 200 - 400 KM weit kommt.


Norwegen hat aber auch seine Probleme mit der Elekromobilität. So gibt es zwar viele E-Autos, aber dafür auch zu wenige Standard Ladesäulen. Am Schnelllader ist fast immer freier Platz, da hier bezahlt werden muss. Jede kostenfreie Ladestationen muss sich allerdings von durchschnittlich 16 E-Autos geteilt werden.Auch kann derzeit noch nicht per App oder SMS geschaut werden, ob die Ladestationen aktuell frei sind.


Kostenloses Parken für E-Autos

Alle öffentlichen Parkplätze sind in Norwegen für Fahrer eines Elektrofahrzeuges kostenlos.


Befreiung von der Citimaut

In Oslo muss man für die Einfahrt in die Stadt gut sechs Euro in der Rush Hour bezahlen. Elektroautos sind davon befreit.


Benutzung von Bus und Taxispuren

Wer in Norwegen elektrisch mit dem Auto unterwegs ist, kann dem Berufsverkehr auf der Busspur ausweichen. Die Norweger sparen daher nicht nur Geld sondern auch Zeit. Allerdings müssen sich mindestens zwei Personen im Fahrzeug befinden.

Die Norwegische Bilanz zur Elektromobilität


In Norwegen spart man im Vergleich zum Kauf eines Autos mit Verbrennungsmotor

  • Beim Kauf
  • Beim Parken
  • Beim Tanken
  • Bei der Überfahrt mit einer Fähre
  • Beim Fahren
  • Bei der Versicherung
  • Bei Reparaturen